Passphrase
Passphrase erstellen: sicher und trotzdem merkbar
k7#Rq9!vLm2$Xw4p ist sicher – aber niemand kann es sich merken oder fehlerfrei am Handy eintippen. Garten-Wolke-Tinte-Reise-Kater ist genauso schwer zu erraten und nach ein paar Tagen im Kopf. Hier steht, wie Passphrasen funktionieren und wie viele Wörter du brauchst.
Der Passwort-Generator wählt Wörter zufällig aus einer Liste von 4.096 deutschen Wörtern – ohne Umlaute, damit sie auf jeder Tastatur funktionieren.
Passphrase erzeugenDie Kurzfassung
- Im Passwort-Generator auf Passphrase umschalten.
- 5 Wörter für normale Konten, 6–7 Wörter für Master-Passwort, Computer-Login oder Verschlüsselung.
- Trennzeichen und Großschreibung nach Geschmack; „Zahl anhängen“ nur, wenn ein Dienst es verlangt.
- Die Wörter nicht selbst aussuchen oder umstellen – der Zufall macht die Sicherheit.
Das Prinzip: Zufall statt Satz
Eine Passphrase besteht aus mehreren zufällig gewählten Wörtern. Das Verfahren ist als Diceware bekannt: Ursprünglich würfelte man mit fünf Würfeln eine Zahl und schlug das passende Wort in einer Liste mit 7.776 Einträgen nach. Der Generator macht dasselbe mit dem Zufallsgenerator deines Browsers – schneller und genauso unvorhersehbar.
Wichtig ist der Unterschied zu einem ausgedachten Satz. „Ich gehe gerne im Wald spazieren“ ist lang, aber Angreifer kennen typische Satzmuster und häufige Wortfolgen. Zufällige Wörter haben keinen Zusammenhang, den man vorhersagen könnte – deshalb lässt sich ihre Sicherheit exakt berechnen.
Warum deutsche Wörter? Die meisten Passphrasen-Generatoren nutzen englische Listen. Für deutsche Nutzer sind die schwerer zu merken und zu tippen. Unsere Liste enthält 4.096 gebräuchliche deutsche Wörter mit 4 bis 8 Buchstaben – ohne Umlaute und ß, damit die Passphrase auch auf englischer Tastatur, am Fernseher oder im Ausland funktioniert. Anstößige und unangenehme Begriffe haben wir aussortiert.
Wie viele Wörter brauche ich?
Jedes Wort aus einer Liste mit 4.096 Einträgen bringt genau 12 Bit Zufall. Bei einem Angreifer mit 10 Milliarden Versuchen pro Sekunde:
| Wörter | Entropie | Zeit zum Knacken (Ø) | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 4 | 48 Bit | etwa 4 Stunden | nur mit 2FA oder Sperre nach Fehlversuchen |
| 5 | 60 Bit | knapp 2 Jahre | normale Online-Konten |
| 6 | 72 Bit | mehrere Tausend Jahre | Master-Passwort, E-Mail, Computer |
| 7 | 84 Bit | Millionen Jahre | Verschlüsselung, Backups, Krypto-Wallets |
Online-Konten sind zusätzlich durch Sperren nach Fehlversuchen geschützt; die Tabelle beschreibt den ungünstigsten Fall, dass eine Datenbank gestohlen wurde.
Fünf oder sechs Wörter, Trennzeichen nach Wahl – und so oft neu würfeln, bis eine Kombination dabei ist, die dir im Kopf bleibt.
Trennzeichen, Großschreibung, Zahlen
- Trennzeichen: Bindestrich oder Punkt sind am leichtesten zu tippen. „Zufällige Ziffer“ bringt pro Lücke etwas mehr Sicherheit und erfüllt gleich die Ziffern-Regel vieler Dienste.
- Großschreibung: „Wortanfänge groß“ liest sich am besten. „Ein Wort ganz groß“ erhöht die Sicherheit leicht.
- Zahl oder Sonderzeichen anhängen: nur, wenn ein Dienst es verlangt. Sicherheit bringt vor allem ein zusätzliches Wort.
- Leerzeichen sind möglich, werden aber von manchen Diensten abgeschnitten oder abgelehnt.
So merkst du dir die Passphrase
- Eine Geschichte bauen: „Im Garten zieht eine Wolke aus Tinte auf, die mit auf Reise geht – samt Kater.“ Je absurder, desto besser bleibt es hängen.
- Neu würfeln ist erlaubt: Gefällt dir eine Kombination nicht, erzeuge eine neue. Wörter selbst austauschen oder sortieren solltest du dagegen nicht.
- In den ersten Tagen öfter tippen – und die Passphrase bis dahin im Passwort-Manager oder auf Papier an einem sicheren Ort aufbewahren.
Wann eine Passphrase sinnvoll ist
Master-Passwort
Das eine Passwort, das deinen Passwort-Manager öffnet – hier lohnen sich 6 bis 7 Wörter.
Computer und Handy
Anmeldung am Rechner, FileVault oder BitLocker: alles, was du täglich von Hand eintippst.
WLAN
Gäste können eine Passphrase leicht abtippen – oder du machst gleich einen WLAN-QR-Code daraus.
Für andere
Startpasswörter für Familie oder Kollegen lassen sich am Telefon diktieren, ohne „großes Q, kleines l…“.
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Häufige Fragen
Wie sicher ist eine Passphrase?
Bei zufälligen Wörtern exakt berechenbar: Jedes Wort aus einer Liste mit 4.096 Wörtern bringt 12 Bit. Fünf Wörter ergeben 60 Bit, sechs Wörter 72 Bit – das ist sicherer als ein zufälliges Passwort mit 10 Zeichen aus allen Zeichenarten.
Wie viele Wörter sollte eine Passphrase haben?
Mindestens fünf für normale Konten, sechs bis sieben für Master-Passwörter, Computer-Logins und Verschlüsselung.
Darf ich die Wörter selbst aussuchen?
Besser nicht. Selbst gewählte Wörter folgen Mustern, die Angreifer kennen. Du darfst aber so oft neu erzeugen, bis dir eine Kombination gefällt.
Warum enthält die Wortliste keine Umlaute?
Damit die Passphrase auf jeder Tastatur funktioniert – auch auf englischen Layouts, Smart-TVs und Geräten im Ausland, wo ä, ö, ü und ß fehlen oder schwer zu finden sind.
Was ist Diceware?
Ein 1995 vorgestelltes Verfahren, bei dem man mit Würfeln zufällige Wörter aus einer Liste auswählt. Der Passwort-Generator nutzt dasselbe Prinzip mit dem Zufallsgenerator des Browsers.
Akzeptieren alle Websites Passphrasen?
Die meisten ja. Manche begrenzen die Länge oder verlangen Ziffern und Sonderzeichen – dafür gibt es die Optionen „Zahl anhängen“ und „Sonderzeichen anhängen“.
Quellen
- Diceware, Wikipedia – das 1995 von Arnold G. Reinhold vorgestellte Verfahren.
- EFF Dice-Generated Passphrases, Electronic Frontier Foundation (englisch).
- Sichere Passwörter erstellen, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).